Klassische Moderne. Deutschsprachige Literatur 1918–33

Erscheinungsjahr: 2009
Seiten: 255
Preis: 19,95 Euro
ISBN 978-3-05-004416-3
Die Goldenen Zwanziger, Inflationsjahre, Zwischenkrieg – die Zeit zwischen Ende des Ersten Weltkriegs und Hitlers Machtübernahme hat viele Namen und viele Gesichter. Literarisch war sie äußerst produktiv. Der Epochenband erschließt die ästhetische und thematische Vielseitigkeit der Klassischen Moderne aus spannenden Blickwinkeln: von Avantgarde bis Zuckmayer.
- Die Ankunft in der Moderne: Literatur in der Massengesellschaft, Modernisierung des Literaturbetriebs
- Literatur in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung: zwischen Kriegserfahrung, Vernunftrepublikanismus und Gesellschaftskritik
- Avantgarde und Provokation: Dada und Neue Sachlichkeit, ästhetische Innovationen in Lyrik, Drama und Romanprosa
- Themenfelder z. B.: Großstadt versus Provinz, Die neue Frau, der Einzelne und die Gesellschaft
Pressesetimmen:
“[Das Buch] ist kurz und bündig, enthält einen brauchbaren Apparat (bis hin zu den unvermeidlichen “Links”) und macht mit den wichtigsten Strömungen in der Literatur dieser kurzen Epoche bekannt. Delabar bindet sie an die gesellschaftlichen Entwicklungen (und Verwerfungen) der Zeit an, behandelt die von ihm ausgewählten Protagonisten mit gebotener Präzision und Kenntnis. […] Delabar setzt weit verbreitete Vorurteile außer Kraft, scheut keine qualitative Einschätzung und wer die knapp über 200 Seiten studiert hat, der kann getrost beginnen, die Texte selbst zu lesen. Falls er sie schon kennt, wird er womöglich auf für ihn Neues hingewiesen und darauf, was man fürs Studium beachten sollte. Delabar hat ein nützliches Buch geschrieben.”
Roland H. Wiegenstein in: Die Berliner Literaturkritik, 24.02.2010
Stimmen zum Buch:
“Walter Delabars in der Reihe “Studienbuch – Literaturwissenschaft” des Akademie Verlages erschienenes Buch “Klassische Moderne. Deutschsprachige Literatur 1918-33” gibt einen kompakten wie fundierten Einblick in die Entwicklungsstränge jenes literaturwissenschaftlich so bedeutsamen Zeitraumes. Dem Auftaktkapitel, das einen historischen Abriss über das repu-blikanische Deutschland bereitstellt, folgen zwei Fallbeispiele von Erfolgsbüchern aus dem Jahr 1929, deren Verkaufserfolg für den Literaturbetrieb jener Zeit, der sich zunehmend der neuartigen Möglichkeit medial verbreiteter Werbung zu bedienen wusste, exemplarisch ist. Das dritte Kapitel “Der Große Krieg als Signum der Epoche” ist dem literarischen Umgang mit der kollektiv-traumatischen Erfahrung des Weltkrieges, dieser Urkatastrophe, am Beispiel von Ernst Jüngers Kriegsliteratur gewidmet. In den nachfolgenden Kapiteln werden, unter Berücksichtigung der Gattungstrias, die Charakteristika der Literatur jener Zeit in den Bereichen Epik, Lyrik und Drama aufgezeigt, indem der erneuernde Einfluss ihrer wichtigsten Vertreter souverän skizziert und in den größeren Zusammenhang der klassisch-modernistischen Neuerung gestellt wird.
Neben Themenkomplexen wie Dadaismus, Neue Lyrik oder Literatur des Klassenkampfes wird ausführlich auf prägende Gestalten der Literaturgeschichte wie Bertolt Brecht, Alfred Döblin oder Carl Zuckmayer eingegangen. Neben dem Zusammenspiel von sozialgeschichtlicher Matrix und daraus resultierender Erwartungshaltung der Leserschaft, das den jeweiligen Autor zu einem repräsentativen Symptom seiner Zeit werden lässt, berücksichtigt Delabar zudem den individuellen poetisch-theoretischen Hintergrund. Im Fall von Brecht werden die Verfremdungseffekte als Grundpfeiler seines epischen Theaters, vor allem am Beispiel der Dreigroschenoper, dieses außerordentlichen Theatererfolges der Weimarer Zeit, aufgezeigt. In nachfolgenden Kapiteln wird zudem die neue Rolle der Frau als Autorin, die Lebenswelt Großstadt oder etwa das Gegenmodell Provinz in den Fokus genommen.
Aufgrund des souveränen, differenzierten Umganges des Autors mit diesem so bedeutungsvollen wie komplexen Abschnitt neuerer Literaturgeschichte kann dieses Studienbuch nur jedem empfohlen werden, dem es um einen geeigneten Einstieg in dieses Forschungsgebiet ist, oder eben um eine anspruchsvolle Aufbereitung. Nicht zuletzt Walter Delabars unangestrengter Stil sollte die Entscheidung leicht machen.”
Dr. Gernot Wimmer
Autor
Material
Buchinformation (PDF)
Inhaltsverzeichnis (PDF)
Serviceteil (PDF)
Literaturverzeichnis (PDF)
Abbildungsverzeichnis (PDF)
Kapitelauftaktseiten – kostenlose Leseproben